2002 Burgbernheim

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Wanderritt zum 6. Fränkischen Sternreitertreffen (24.-26.05.2002) in Burgbernheim bei Rothenburg ob der Tauber

Am 09.05.02 sind wir mit unseren beiden Araberstuten und unserem Schnauzer in Gaden, Landkreis Freising, aufgebrochen, um in 14 Reittagen in einem großen Bogen durch Bayern nach Burgbernheim zum 6. Fränkischen Sternreitertreffen zu reiten.

Die ersten drei Tage unseres Ritts haben uns im Rahmen des VFD-Wurmdorfritts über Moosburg und Rottenburg an der Laaber bis Wurmdorf bei Neufahrn in Niederbayern geführt. Von dort - nunmehr ohne die Begleitung anderer Reiter - sind wir am vierten Tag bis Bad Abbach bei Regensburg weitergezogen, wo wir unsere Pferde in einer sehr gepflegten Reitanlage in Gemling unterbringen konnten.

 

Am nächsten Tag ging es, nachdem wir mit einer Fähre die Donau überquert hatten, weiter bis Deuerling, wo wir für unsere Pferde Quartier bei Pferdezüchtern fanden. Allerdings hat sich für uns selbst die Quartiersuche etwas schwierig gestaltet, da es in Deuerling keine Zimmervermietung gab und wir das Gefühl hatten, dass eine Übernachtung unsererseits im Stall nicht sonderlich erwünscht war. Dank des sehr freundlichen Ortspfarrers, der uns sogar selbst mit seinem Auto in den Nachbarort gefahren hat, sind wir schließlich dort sehr schön untergekommen.

Am nächsten Tag ging es durch das wunderschöne Labertal bis Parsberg, wo wir wieder bei Pferdezüchtern Station machen durften und bestens verpflegt wurden. Besonders gefreut haben wir uns, dass wir sogar auf halber Strecke mit Pferd abgeholt und begleitet wurden. Das einzig unerfreuliche an diesem Tag war der Versuch, unterwegs in der Gaststätte Friesenmühle einzukehren. Dort wollte man wegen des “Drecks, den keiner wegräumt”, keine Pferde vor der Wirtschaft haben. Mit deutlichen Worten sind wir weitergezogen. Entschädigt wurden wir jedoch in der nächsten Ortschaft, da uns die Wirtin der Gaststätte für unsere Pferde eine eingezäunte Liegewiese für Sommergäste überlassen hat und wir uns in der Wirtschaft verwöhnen ließen. Durch die hauseigene Metzgerei kam auch unser Hund nicht zu kurz.

Der nächste Tag hat uns von Parsberg nach Kastl geführt. Hier konnten wir die Oberpfalz von ihrer “traurigen Seite” kennen lernen. So hat uns unsere Route zwei Stunden lang am Übungsplatz Hohenfels entlang geführt. Die Wege waren fast alle so steinig, dass nur Schrittreiten möglich war. Weit und breit kein Haus, keine Ortschaft, geschweige denn Geschäfte oder gar eine Wirtschaft….Endlich in Kastl angekommen, haben wir dort erst einmal Bäckerei und Metzgerei geplündert. Die Unterbringung am Abend bei Frau Stepper, die uns und unsere Tiere bestens versorgt hat, war wiederum ein Volltreffer, der uns für den wenig abwechslungsreichen Tag entschädigt hat.

Am nächsten Tag ging es von Kastl weiter bis Etzlwang, ebenfalls auf sehr steinigen Wegen durch wenig besiedeltes Gebiet. Da unsere Strecke jedoch an diesem Tag recht kurz war, konnten wir bereits am Nachmittag unser Quartier bei Familie Wagner beziehen und uns prächtig erholen.

Tags darauf, es war nun unser neunter Reittag, zogen wir weiter bis Auerbach, wo wir von Bekannten herzlich empfangen und traumhaft bewirtet wurden. Wir durften dort am nächsten Tag einen Pausentag einlegen und der Hausherr hat diesen Tag auch noch geopfert, um mit Stefan unser Gespann, das von Bekannten bis in die Nähe von Regensburg mitgenommen worden war, gleich nach Burgbernheim zu transportieren. Beide waren leider fast den ganzen Tag unterwegs. Am Abend wurden wir mit köstlichem argentinischem Rindfleisch verwöhnt, wir werden es nicht vergessen!

Am Pfingstsonntag ging es dann bei strömendem Regen - dies waren wir nach neun Tagen mit herrlichem Wetter gar nicht mehr gewöhnt - weiter von Auerbach Richtung Franken. Ziel war Windischgaillenreuth in der Nähe von Ebermannstadt - mit 45 km unser längste Tagesetappe. Als unsere Laune auf dem Tiefpunkt angelangt war, da wir trotz Regenmantel durch und durch nass waren, ist vor uns plötzlich eine Waldwirtschaft aufgetaucht. Der Wirt hat uns sofort erlaubt, die Pferde vor dem Haus anzubinden. So konnten wir - während die Pferde, eingedeckt mit unseren Regenmäntel, draußen warten mussten - vor dem offenen Kamin unsere gesamte Kleidung trocknen und uns bei gutem Essen wieder richtig aufwärmen. Nachmittags war der Regen dann vorbei und so ging es bei bester Laune durch die wunderschöne Fränkische Schweiz bis Windischgaillenreuth, ein Ort mit ca. 80 Einwohnern und ca. 40 Pferden, wo wir unsere Pferde sehr schön unterbringen konnten.

Tags darauf (Pfingstmontag) wollten wir weiterziehen bis Hirschaid. Allerdings war bei Davina unterwegs ein Ersatzbeschlag fällig, so dass, bis Dank der hilfsbereiten Stallbesitzerin vom Vorabend das entsprechende Werkzeug besorgt war, einige Zeit verging. Mehrmals war während des Beschlagens von vorbeifahrenden Radfahrern die Frage, ob wir Fahrradflickzeug bräuchten, zu hören… An diesem Tag kamen wir recht spät bei Alfons Husslein in Hirschaid an, der jedoch mit einer Brotzeit auf uns gewartet hat. Mit unserem Hund durften wir zwar nicht im Haus übernachten, konnten uns jedoch auf einem Matratzenlager in einem angrenzenden Raum gut von den Strapazen des Tages erholen.

Nachdem wir uns in der Früh mit frischen Brötchen gestärkt und auch Marana neu beschlagen hatten (Alfons hat uns zu diesem Zweck seine Werkstatt überlassen, obwohl er selbst zur Arbeit musste -nochmals auf diesem Wege herzlichen Dank-) konnten wir durch den Steigerwald weiter ziehen bis Frickenhöchstadt zur Westernreitanlage Schmitt. Die Reitanlage von Herrn Schmitt war professionell auf Wanderreiter eingestellt. Wir wurden dort zwar gut versorgt, doch waren die Pferde über Nacht in einem abschüssigen Sandpaddock untergebracht. Dementsprechend haben sie sich entgegen ihrer sonstigen Gewohnheiten leider auch in dieser Nacht nicht hingelegt.

Am nächsten Tag sind wir weitergeritten bis Dottenheim, unserer letzten Station vor unserer Ankunft in Burgbernheim. Es war sehr heiß und bereits unser dritter Tag im Steigerwald. Hinter jeder erklommenen Anhöhe kam der nächste Höhenzug in Sicht. Wir hatten an diesem Tag eindeutig genug vom ansonsten landschaftlich schönen Steigerwald. Erschwerend kam hinzu, dass die Waldwege größtenteils sehr tief und nass waren. Unser Vorwärtskommen wurde dadurch erschwert. Sehr schön untergebracht waren wir dafür am Abend bei Familie Steinhauser in Dottenheim. Bei einem guten Raclette wurden wir für die Strapazen im Steigerwald bestens entschädigt.

Am nächsten Tag hatten wir nur noch die relativ kurze Strecke bis Burgbernheim zu bewältigen. Es war ein angenehm kühler Tag und wir kamen fast ausschließlich auf Wiesenwegen im Tal gut vorwärts, so dass wir bereits am Nachmittag des 23.06. in Burgbernheim ankamen, einen Tag vor Beginn es Sternreitertreffens. Wir hatten diesen “Puffertag” zur Sicherheit eingeplant, ihn aber letztendlich nicht benötigt.

Unsere gerittene Gesamtstrecke betrug gut 400 km an 14 Reittagen.

Nach einem Tag Erholung in der Ferienwohnung der Familie Fluhrer konnten wir ab Freitag Nachmittag das 6. Fränkische Sternreitertreffen, das wieder von Petra und Peter Stegmüller sowie der Familie Fluhrer liebevoll und abwechslungsreich organisiert war, genießen. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat auch das Wetter mitgespielt, und es war ein rundherum gelungenes Wochenende. Höhepunkte waren wieder der Fackelritt in die Altstadt mit Ehrung der Reiter, die den weitesten Anritt hatten, sowie der Reitergottesdienst am Sonntag Vormittag. Wehmütig sind wir am Sonntag Mittag nach München zurück gefahren. 18 Tage, die wir ausschließlich mit unseren Tieren und in der Natur verbringen konnten, waren vorüber. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr…