Waldmuenchen 2006

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Waldmuenchen 2006 – schon wieder…

Auch 2006 stand der Ritt von Muenchen nach Waldmuenchen als einer der absoluten Hoehepunkte der Saison auf der Agenda. Und weil letztes Jahr mein 13. Waldmuenchen-Ritt erfolgreich verlaufen war, habe ich den Aberglauben hinter mir gelassen und mich auf die Strecke und die neuen Stationen gefreut, ohne noch in groesseren Stress zu verfallen.

Die Gruppe, die ich jahrelang nach Waldmuenchen gefuehrt hatte, ist dank GPS und Marions aufmerksamer und routinierter Rittfuehrung autonom geworden, so war ich frei um zu reiten wie ich gerade Lust hatte. Ich kann alleine oder auch in einer Gruppe vorne oder hinten reiten, also schloss ich mich nach Lust und Laune mal ‘’meinen'’ Maedels an, mal folgte ich Papi auf dem Weg vom Schwarzarbeiteraushilsrittfuehrer zum VFD-Gelaenderittfuehrer, dann machte ich ein paar km mit Willi und den Huehnern. Die bekamen allerdings die Huehnergrippe und waren dem Aussterben naeher als unserem Ziel in Waldmuenchen. ;-)

Der Bulli machte nur Freude – ich hatte mit dem Preiss’n-Peter einen idealen Fahrer und ‘’Untermieter'’, denn er hatte meinen Haenger zum Schlafen. Morgens in einem richtigen Bett aufwachen und gleich mal die Kaffeemaschine auf den Herd stellen, dem Pferd sein Kraftfutter servieren und Wasser holen (man trifft sich am Wasserfass in Unterhose mit Gummistiefel…) und dann koestlichen Espresso schluerfen, bevor man sich ums Aufraeumen und Pferd richten kuemmert, ist ein sehr angenehmer Start in den Tag. Und kein Schlammloch wurde dem Bulli zu tief, er kam ueberall souveraen durch und hat zum Schluss mit einem Verbrauch von ca. 11 l/100 km auch gezeigt, dass er nicht saeuft.

Ich war ja erst eine Woche vor dem Abritt nach Waldmuenchen von einem anstrengenden Alpenritt heimgekommen und war nicht ganz sicher, ob mein Hase sich auch erholt zeigen wuerde nach dem Bergstress. Aber mit aller Routine und einer Bomben-Kondition zog die Rote die Strecke durch, dass ich oft meinte, dass die Erde unter uns durchrollen wuerde.

Laechelnd kamen wir im stroemenden Regen am Stadtpark an, nachdem ich, um die stressigen letzten km mit den 100 anderen zu entgehen, von Geigand ueber den Zwerenzl nach Prosdorf geritten war – ein kurzer knalliger 200 Hm-Aufstieg zeigt mir nochmal, dass meine Kleine in Topform ist. Grosse Freude dann am Stadtpark – die Kaiser Traudl ist da, um unseren Einritt mitzuerleben. Ich setze sie kurzentschlossen auf meinen Gaul und sie reitet ein. Zu erleben wie sie sich freut, nach einigen Jahren ‘’Abstinenz'’ wieder auf einem Pferd nach Waldmuenchen einzureiten ist mir mehr wert als der zigste Einritt.

Am Samstag, nach der rituellen Waschung im Waldmuenchner Bad packe ich meine Siebensachen und fahre nach Hause, nicht ohne vorher ein leises Stossgebet zu sprechen, dass ich naechstes Jahr wieder mit auf den aeltesten, laengsten, groessten und schoensten Wanderritt darf. Mein herzlichster Dank gilt neben meinem Pferd vor allem Dieter, Hans, Alto und ihren vielen fleissigen und aufmerksamen Helfern, die auch den 29. Waldmuenchenritt so fein organisiert und durchgefuehrt haben, dass wir Reiter unseren Spass haben konnten.